Vereinsmitglieder des Vereins Erneuerbare Energien Kleines Wiesental e. V. besichtigten eine privatbetriebene Windkraftanlage und die Bürgergenossenschaft Bürger Energie in St Peter.
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung einer ganzen Reihe von Veranstaltungen in 2022 fuhren Mitglieder des Vereins und andere interessierte Menschen nach St. Peter. Auf dem Tagesprogramm stand die Besichtigung der Windkraftanlage von Herrn Weber, Landwirt in St. Peter und eine Besichtigung des Nähwärmenetzes in Kombination mit der Stromproduktion durch den Einsatz eines Blockheizkraftwerkes der Bürgergenossenschaft Bürger Energie St- Peter.
Nach einer kurzweiligen Busfahrt von Bürchau nach St. Peter begrüßte uns Herr Weber junior auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen auf einer sehr schön gelegenen Hochebene in der Nähe von St. Peter. Während einer kurzen Einführung in die Entstehungsgeschichte und die technischen Daten führte uns Herr Weber zu seiner Windkraftanlage Modell E-40 von der Firma Enercon mit einer Nennleistung von 600 kw, einer Nabenhöhe von 78 m und einem Rotordurchmesser von 42 m. Für die meisten Teilnehmer war es ein besonderes Erlebnis direkt unterhalb und im Turmfuß einer sich drehenden Windkraftanlage mittleren Größe zu stehen. Ohne besondere Geräusche und nur durch den Wind Strom zu produzieren, ist eine faszinierende Technik. Insbesondere auch deshalb, weil die Windkraftanlage bereits 20 Jahre alt ist und sich seit 2016 amortisiert hat. Sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch eine runde Sache.
Nach einer kurzen Fahrt zur Zentrale des Nähwärmenetz der Bürger Energie Energie-Genossenschaft begrüßte uns der Vorstandsvorsitzende, Herr Bohnert, mit einem spannenden Vortrag über die Entstehungsgeschichte und die technischen Aspekte des Nähwärmenetzes in Kombination mit einem Blockheizkraftwerk. Die Teilnehmer erfuhren unter anderem, dass der größte Teil der Häuser in St. Peter (Einwohnerzahl 3500) bereits angeschlossen ist und jeder Hausbesitzer, der Nahwärme bezieht, auch Mitglied in der Genossenschaft ist. Interessant war auch, dass die Hackschnitzel zum Befeuern der 2 Heizkessel von in der Gemeinde ansässigen Waldbesitzern zu fairen Preisen bezogen werden. Somit bleiben die finanziellen Ressourcen für Wärme sowohl der Hausbesitzer als auch der Bürger Energie Genossenschaft in der Gemeinde.
Ein weiteres interessantes Detail ist das angeschlossene Blockheizkraftwerk, welches durch Holzgas angetrieben wird. In einer eigenen Holzgasanlage, die ebenfalls durch Hackschnitzel befeuert wird, entsteht das notwendige Holzgas und wird dann als Treibstoff in einem umgerüsteten MAN Verbrennungsmotor verwendet, um Strom zu produzieren.
Die Teilnehmer waren sehr beeindruckt von den technischen Lösungen und der Organisation als Genossenschaft. Eine zukunftweisende Rechtsform für Gemeinden, um den Abfluss von finanziellen Mitteln aus der Gemeinde zu verringern.
Unser Dank geht an Herrn Weber, den Windkraftanlagenbetreiber und an Herr Bohnert, den Vorstandsvorsitzenden der Bürger EG. Ein besonderer Dank gebührt auch Gerhard Pfeifer, dem 2. Vorsitzenden des Vereins „Erneuerbare Energien Kleines Wiesental e.V.“, für die Organisation dieses sehr spannenden und kurzweiligen Tages, der mit einer Einkehr im Landfrauen Cafe Goldene Krone in St. Märgen seinen kulinarischen Abschluss fand.


