Auszüge aus dem Protokoll

Besprechung Steinbruch Tegernau, 2.11.2016

 

Beteiligt: Hr. Erne (Betreiber Steinbruch Tegernau), Hr. Habisch (Ingenierbüro Taberg), Hr. Fabri, Hr. Senn (Verein Erneuerbare Energien), Hr. Kohl, Fr. Schill, Fr. Meller-Aichele (KIT)

Ziel des Gesprächs:

          Erläuterung der Initiative des Bürgervereins und Weiterführung des Vorhabens Geothermie Kleines Wiesental

         Information zum DFG Graduiertenkolleg (DFG GRK)
Herr Kohl erläutert die bisherigen Arbeiten des KIT in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein „Kleines Wiesental“.

Der Steinbruch Tegernau bietet eine dreidimensionale Einsicht in Klüfte und Störungszonen, die charakteristisch sind für Kluftstrukturen im Schwarzwald
.

Im Rahmen eines großen DFG Projektes beabsichtigt das KIT mehrere Untersuchungen im Tal, insbesondere am Steinbruch Tegernau. Die beabsichtigten Untersuchungen umfassen zerstörungsfreie Aufnahmen der Strukturen und chemische Analysen (Laserscanning, Kartierung, Probennahme, Wasserproben, etc.), sowie Nutzung der Daten aus Probebohrungen bis zu einer Tiefe von <100m und kleinere Bohrungen zur Probennahme <1m. Eine genaue Planung wird nach Genehmigung der eingereichten Skizze, voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2017 in Abstimmung mit dem Steinbruch Tegernau vorgenommen.




Bürgerinformation in Bürchau am 07. Februar 2014

Julian Rolker stellt zusammen mit Dr. Eva Schill und Prof. Dr. Thomas Kohl die Untersuchungsergebnisse im Rahmen seiner Masterarbeit am KIT vor.


Einige neue Erkenntnisse zur warmen Quelle in Bürchau konnte Julian Rolker vom Karlsruher Institut für Technologie am Samstag, den 07. Februar in Bürchau präsentieren. Und Professor Thomas Kohl, der die Masterarbeit ermöglicht und begleitet hatte, erklärte: "Sie sitzen hier in Bürchau auf einem Schatz, der für das Wiesental wohl einmalig ist." Jetzt muss weiter geklärt werden, wie dieser "Schatz" für das Kleine Wiesental nutzbar gemacht werden kann.

Mehr als 50 interessierte Bürger aus dem Kleinen Wiesental und aus umliegenden Gemeinden waren nach Bürchau gekommen, um bei der Projektpräsentation dabei zu sein. Vor rund einem Jahr hatte der Verein "Erneuerbare Energien Kleines Wiesental" das Projekt "Geothermie Bürchau" auf den Weg gebracht. Harald Senn, der verantwortliche Projektleiter des Vereins, auf dessen Initiative dieses Projekt zustande kam, erläuterte zum Eingang die Ausgangssituation und den bisherigen Verlauf des Projektes. Früh hatte er den Kontakt zu Professor Kohl vom Karlsruher Institut für Technologie und Dr. Eva Schill vom Steinbeis-Transferzentrum hergestellt. Professor KIT hatte sich schnell bereit erklärt, die Untersuchungen der Geologie im Bereich Bürchau und der Wasseranalysen durch eine Masterarbeit zu unterstützen. In drei Analysekampagnen im Verlauf des Jahres 2013 hatte Julian Rolker dann die Bürchauer Quelle, weitere Quellen im näheren Umfeld sowie die Geologie der Region untersucht und die Ergebnisse dokumentiert.

Die umfassende und anschauliche Präsentation der Arbeit von Julian rolker brachte einige Neuigkeiten für die Bürger. Eine der neuen Erkenntnisse besagt, dass die Wässer der Bürchauer Quelle nicht "wie angenommen" vom Belchen stammen, sondern aus dem Einzugsgebiet des Köhlgarten stammen. Die Wasseranalyse zeigte darüber hinaus eine große Ähnlichkeit mit dem Quellwasser in Badenweiler. Weiter zeigte Julian Rolker, dass das Bürchauer Wasser zu einem großen Anteil aus Wasser besteht, das länger als 60 Jahre vom Eintritt in das Gestein bis zu seinem Wiederaustritt unterwegs war. "Geologisch betrachtet ist das keine lange Zeit", erklärte Julian Rolker, jedenfalls reicht diese Zeit nicht für eine starke Anreicherung des Wassers mit Mineralien aus dem Gestein. "Mineralwässer" aus dem Schwarzwald weisen eine bedeutend stärkere Anreicherung mit Mineralien aus als das Bürchauer Wasser. Dafür zeigte die Analyse aber auch, dass das Wasser auf seinem Weg maximale Temperaturen von bis zu 60 Grad durchlaufen hat. Eine weitere Erkenntnis aus der Arbeit von Julian Rolker ist, dass Bürchau am Schnittpunkt von drei unterschiedlichen Verwerfungen im Gestein ist, die den Aufstieg des Wassers und den Austritt als warme Quelle in Bürchau erst ermöglichen.

Thomas Kohl würdigte die Masterarbeit von Julian Rolker als sehr gute und wertvolle Arbeit zur weiteren Erforschung der Gegebenheiten im Wiesental, die in Kürze auch auf der Homepage des KIT veröffentlicht werden wird. "Ausgehend von dieser Arbeit darf man annehmen, dass durch eine Brunnenbohrung der Zugang zu Wasser mit einer Temperatur um die 50 Grad mit einer deutlich höheren Schüttung möglich werden kann", erklärte er. Eine solche Bohrung berge insofern ein gewisses Risiko, dass die Wasserader getroffen werden muss, um das Wasser und damit die Wärme nutzen zu können. "Im Granit ist es halt so, wie auch sonst im Leben: knapp daneben ist auch vorbei", scherzte er. Um die genauere Eingrenzung möglich zu machen, bot Professor Kohl an, die Örtlichkeiten und die genaue Geologie über eine weitere Masterarbeit durch das KIT weiter untersuchen zu lassen.
      






Geothermie-Workshop in Straßburg

Im Rahmen seiner Masterarbeit am KIT hat Julian Rolker unser Projekt einem internationalen Fachpuplikum vorgestellt.

Vom 24.10. bis zum 25.10.2013 fanden die
Studientage Labex G-EAU-THERMIE PROFONDE /
2. Europäischer Geothermieworkshop
in Straßburg statt.


In seinem speziell dafür erstellten Poster hat er die grundlegenden Daten seiner Untersuchungen zusammengestellt.

Untersuchung des Mischwasseranteiles

Die Untersuchungen am Thermalvorkommen vorrort gehen weiter.

Julian Rolker nahm heute zusammen mit seinem Studienkollegen am Karlsruher Institut für Technologien, Abt. Geowissenschaften, Gregory Mahnke weitere Wasserproben am eingefassten Quellaustritt beim Gemeindehaus Bürchau.

Zur Bestimmung des Verhältnisses von Oberflächenwasser zu Tiefenwasser an der Verwerfungsspalte unter der Brücke war eine etwas aufwändigere Probeentnahme in Spezialbehältern notwendig. Durch diese Untersuchung versprechen wir uns eine Aussage über die Mächtigkeit des Thermalvorkommens.

Julian Rollker ist mit den Auswertungen der bisherigen Wasser- und Gesteinsproben am KIT sehr beschäftigt. Seine Masterarbeit muss er bis in zwei Monaten, im Dezember 2013 abgeben und präsentieren.

Er hat unter anderem festgestellt, dass die Bürchauer Quelle in der Zusammensetzung der Mineralien sehr der Thermalquelle in Badenweiler ähnelt. Die bisher ermittelten Temperaturmarker des beprobten Wassers zeigen eindeutig, dass die bisher gemessene Wasseraustrittstemperatur von ca.19 Grad Celsius im Untergrund höher sein muss.

In Badenweiler tritt das Wasser mit ca. 26 Grad aus einem ca. 300m langen horizontalen Stollen auf 420 m Meereshöhe aus.

Im Rahmen der Masterarbeit wird auch ein Höhenmodell der Umgebung und der daruterliegenden vermuteten Verwerfungen im Gesteinsaufbau erstellt. Diese Arbeiten werden mithilfe einer speziellen Software am Computer ausgeführt. Grundlage für diese Arbeiten sind Datenquellen der NASA, die durch Satellitenaufnahmen unserer Landschaft gemacht wurden.

Sätestens nach Abschluss der Masterarbeit ist eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung geplant, bei der sowohl Frau Dr. Eva Schill als auch Julian Rolker anwesend sein werden und die Erkenntnisse aus den Untersuchungsarbeiten präsentieren werden.
      


Zweite Messreihe

Mitte Juli 2013 war Julian Rolker wieder in Bürchau um weitere Proben zu entnehmen, hauptsächlich um nach längerer regenarmer Zeit weitere Erkenntnisse des Tiefenwassers zu bekommen.
Zwischenzeitlich wurde die Quellfassung unter der Brücke von eingeschwemmtem Material befreit.

Aus dem nun sichtbaren Felsspalt sah man das aufwirbelnde warme Wasser emporsteigen.

Alles Messungen musste nach genauen Vorgaben durchgeführt und dokumentiert werden.
      






Neue Untersuchungsmetoden

Anfang Juni 2013 begann Julian Rolker im Ramen seiner Masterarbeit beim KIT (Karlsruher Institut für Technologie) mit den Untersuchungen vorort.

Nach ergiebigen Niederschlägen im Frühjahr nutzte er die ersten trockenen Tage, um mit seinen Untersuchungen an der Quellfassung und der Umgebung zu beginnen. Die Kleine Wiese führte zu dieser Zeit noch sehr viel Wasser, so dass das Arbeiten im Flussbett nicht so einfach waren.

Es mussten sowohl Wasser- als auch Gesteinsproben entnommen werden.

Um feststellen zu können, von wo das Wasser im Ursprung kommt, wurden unter anderem auch Wasser- und Gesteinsproben im Quellbereich der "Kleinen Wiese" am Belchen entnommen.
      






Thermografie - Untersuchungen

Noch während des kalten Winters 2013 wurden Thermografieaufnahmen der bekannten Quellfassung und der Umgebung sowohl vom Architekturbüro Brüderlin und Klemm aus Schopfheim, als auch von mir angefertigt.

Bei der Aufnahme der Quellfassung ist die Wärme der gefassten Quelle deutlich zu erkennen.

Bei der Kontrolle der Umgebung stellte sich aber auch noch heraus, dass ca. 30 Meter oberhalb der bekannten Stelle eine weitere Austrittsstelle von warmem Wasser vorhanden ist.

Dies war bisher so nicht bekannt!

Auch im Bereich dieser Hangrutschung sind die erwärmten Bereiche deutlich zu sehen.
      




Bürgerinformationsveranstaltung 

Am 17. Mai 2013 fand eine Bürgerinformationsveranstaltung im Gemeindehaus Bürchau statt.
Unter anderem referierte Frau Dr. Schill über Potenziale und Gefahren von Geothermie im Allgemeinen und im speziellen bei uns im Schwarzwald.

Zwischenzeitlich hatte Herr Prof. Dr. Kohl an seinem Institut den Studenten Julian Rolker ausgewählt, der im Laufe des Jahres Untersuchungen an der warmen Quelle und der Umgebung im Ramen einer Masterarbeit durchführen wird. Auch er war an diesem Abend zum ersten mal in Bürchau.
      


Suche nach Experten!

Wie kann der Verein mit geringen finanziellen Mitteln vorgehen?

Nach vielen Telefonaten und E-Mails, unter anderem mit dem Geologischen Landesamt in Freiburg, haben wir mit Frau Dr. Eva Schill vom Steinbeis Transferzentrum - Geoenergie und Reservoirtechnologie Kontakt aufgenommen.
Sie war überrascht, dass es im Kleinen Wiesental einen solchen Oberflächenaustritt von warmem Wasser gibt.

Zusammen mit Herrn Prof. Dr. Thomas Kohl vom Karlsruher Institut für Technologie, Abt. Geowissenschaften besuchte sie uns im März 2013.

Beide Experten fanden das thermale Vorkommen als untersuchungswürdig. Herr Prof. Dr. Kohl erklärte, dass er versuchen möchte, an seinem Institut eine Studienarbeit für dieses Projekt auszuschreiben.